Stereotype Vorstellung „total gewandelt“

Das Praktikum im Tageszentrum-Café Insel der Diakonie sei „ganz anders verlaufen, als wir es erwartet haben“, erzählt die 16-jährige Romina Schrafstetter. „Megapositiv“, schiebt sie noch begeistert nach. Zusammen mit der gleichaltrigen Friederike Wolff, einer Mitschülerin vom Siemens-Gymnasium, beteiligten sich die jungen Frauen eine Woche lang bei Gruppenangeboten, wie der Back- und der Gartengruppe, waren Gesprächspartnerinnen für Besucher im Cafe und unterstützten Besucher des niedrigschwelligen Angebots beim Thekendienst. Im Rahmen des seit vielen Jahren erfolgreichen Compassionprojektes ihrer Schule leisteten sie ein Schulpraktikum.

„Anfänglich“, gesteht die aufgeweckte Jugendliche ohne Scheu, habe sie „schon etwas Angst gehabt“. In ihrer Vorstellung war sie unsicher, ob sie es mit „Verrückten“ zu tun bekomme. Dieses stereotype Bild habe sich bereits am ersten Tag „total gewandelt“, sie habe die Atmosphäre mit den Menschen als „sehr entspannt und offen erfahren“. Dem pflichtet ihre Mitschülerin Wolff bei. Am Anfang seien sie selbst zwar noch „vorsichtig mit Fragen gewesen.“ Einige Besucher hätten den Eindruck gemacht „Masken aufzuhaben“. Doch in Gesprächen „haben wir schnell gemerkt, dass es mit ihrer Krankheit und manchmal auch den Medikamenten zusammenhängt“, auf die sie angewiesen seien. Die meisten Besucher würden offen mit ihrer Krankheitsgeschichte umgehen und „grad heraus erzählen, wie es ihnen geht und wo sie Probleme“ hätten. Ob sie sich vorstellen könne einen sozialen Beruf zu ergreifen, sei „eine schwierige Frage“, meinte Wolff. Sie überlege Medizin oder Psychologie zu studieren. Dennoch habe das Praktikum „im Tageszentrum mehr Spaß gemacht“ als ein weiteres am Uniklinikum.