Hip-Hop-Projekt trifft Nerv Jugendlicher

Ufos, Aliens und Raumkreuzer werden auch künftig auf der Fassade des Rathauses sicher keine landen. Denn die Jungs und Mädchen, die vergangene Woche an einem Hip-Hop und Graffiti-Workshop im Kinderhort der Diakonie teilgenommen haben, lernten auch gleich wo und wie sie die neu erlernte Kunst einsetzen dürfen. Unter Anleitung des Graffiti-Künstlers Marius Altmann, genannt „Madhu“ bekannt, fingen die wissbegierigen Kunsteleven zunächst mit Skizzen zeichnen und Buchstaben mit Schablonen sprühen an. Später sprühten sie mit Schablonen Weltraumstimmungen auf Folien, die sie im Innenhof des Horts ausgebreitet hatten. Ausgestattet mit Mund- und Atemschutz, farbbekleckerten Schürzen und Einmalhandschuhen, entwarfen sie mit ihren Farbdosen Bilder von Sternenhaufen und Planetenbahnen. Am Ende konnten sie diese Bilder mit nach Hause nehmen.

Derweil rauchten in einem anderen Teil des Horts die Köpfe künftiger Poeten über Reime für ihren ersten Rap-Song. Levin Schmider, Praktikant der Sozialen Arbeit und selbst Rap-Künstler, half den jungen Nachwuchs-Rappern aus ihren Ideen treffende Reime zu schmieden. Dazu lieferte er die passenden coolen Grooves und Beats vom Rechner. Die Reime der Kids bekamen dadurch den richtigen Flow. „Zwei Mädchen“, gab Schmider Einblick in den mehrtägigen Workshop, hätten einen „bemerkenswerten Text über Armut in der Welt und wie gut´s uns doch geht“ geschrieben. Jungs wiederum reimten mit Inbrunst Rap-Texte über Ferraris, Computerspiele oder ihr Verhältnis zu den Eltern. Gemeinsam textete die Gruppe zudem einen dreistrophiges Lied über den Kinderhort. Öffentlich vorgestellt wird es  bei der demnächst stattfindenden Kinderkonferenz.

Einen Stock höher probte währenddessen eine Gruppe von Mädchen, darunter auch ein Junge, flotte Choreografien ein. Ronja Achhammer vom Familienstützpunk übte mit den jungen Leuten unterschiedlichen Alters nun nicht unbedingt die atemberaubendsten und akrobatischen Breakdance-Figuren ein. Vielmehr ging es darum Gruppenchoreografien möglichst synchron zu treibendem Electropop hinzubekommen.

In allen Bereichen waren die Mädchen und Jungs mit spürbarem Eifer und Begeisterung bei der Sache, reimten, rappten und sprühten was das Zeug hält. Das Hort-Team hat mit diesem Angebot, an dem sich insgesamt etwa 30 Jugendliche zwischen sieben und elf Jahren beteiligten, einen Nerv getroffen. Unterstützt und finanziell mit Beiträgen gefördert wurde der einwöchige Workshop von der Diakonie Regensburg und von der Gemeinde Nittendorf.